Schlagwort-Archiv: Sportlehrer

Abschlussveranstaltung „Schatzsuche statt Fehlerfahndung“ 2020

Lan­ge haben die Teilnehmer*innen unse­rer Semi­nar­rei­he “Bewe­gungs­för­der­an­ge­bo­te für Kin­der im Grund­schul­al­ter — Schatz­su­che statt Feh­ler­fan­dung” 2020 auf ihre Abschluss­ver­an­stal­tung war­ten müs­sen. Auf­grund der aktu­el­len Pan­de­miela­ge muss­te die Ver­an­stal­tung ruhen.

Doch zur Freu­de aller konn­te am 16.September die 4- stün­di­ge Feed­back­run­de unter Anlei­tung von Ronald Frie­de­mann in der Bil­dungs­stät­te der Sport­ju­gend Ber­lin stattfinden.

Stan­den an den ers­ten bei­den Semi­nar­ter­mi­nen (Okto­ber 2020) prak­ti­sche Spiel­ideen und nütz­li­ches Hin­ter­grund­wis­sen im Fokus, ging es beim 2.Teil vor allem um den Erfah­rungs­aus­tausch der Teilnehmer*innen. Ins­ge­samt waren 10 Übungsleiter*innen und Sport­lehr­kräf­te vor Ort, die in inter­es­san­ten Dis­kus­sio­nen ihre Erfah­run­gen aus den Sport­grup­pen teil­ten. So ent­stan­den nütz­li­che Tipps für alle Anwe­sen­den, sowohl für die inhalt­li­che Gestal­tung als auch für die Orga­ni­sa­ti­on von Sport­grup­pen an Ber­li­ner Schulen.

Feedbackseminar Schatzsuche statt Fehlerfahndung

Feed­back­se­mi­nar Schatz­su­che statt Fehlerfahndung

Unser BERLIN HAT TALENT Team war auch vor Ort dabei, um über die neu­es­ten Ent­wick­lun­gen und Zah­len im Pro­gramm zu berich­ten. Denn auch in Zukunft ist der Bedarf an Bewe­gungs­för­der­grup­pen an Ber­li­ner Grund­schu­len groß. Und genau dafür braucht es gut aus­ge­bil­de­te „Schatzsucher*innen“, die wir in die­ser Semi­nar­rei­he hervorbringen.

Wir dan­ken allen Teilnehmer*innen für ihr Enga­ge­ment und ein gro­ßer Dank geht auch an die Bil­dungs­stät­te der Sport­ju­gend für die tol­le Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung des Seminars.

Auch in 2022 wird es wie­der eine neue Auf­la­ge der Semi­nar­rei­he geben. Alle Info’s und Daten fol­gen in Kürze.

4 Jahre Bewegungsfördergruppe der Schule an der Strauchwiese

Ich beglei­te das Pro­gramm BERLIN HAT TALENT (BHT), und habe von Beginn an auch Bewe­gungs­för­der­grup­pen ein­ge­for­dert. Auch, weil wir an unse­rer Schu­le eine sol­che Grup­pe schon vor 2011 (Pro­gramm­start), hat­ten. Als Pen­dant zu BHT eine tol­le Errun­gen­schaft in der Ber­li­ner Sport­land­schaft. War­um? Der Anteil der Kin­der mit Bewe­gungs­de­fi­zi­ten im Schul­sport wird immer grö­ßer – unab­hän­gig von Coro­na. Die­je­ni­gen zu för­dern, die nicht die begab­ten Sport­ler/-innen sind, ihr indi­vi­du­el­les Vor­an­kom­men zu unter­stüt­zen, Ängs­te abzu­bau­en: all das sind Zie­le der Arbeit mit den Kin­dern der BFG. Wenn sie dann moti­viert sind, sich regel­mä­ßig sport­lich zu betä­ti­gen, ist das Ziel aus mei­ner Sicht erreicht.

Lutz Müller, Lehrer & Referent zum Modernen Schulsport

Lutz Mül­ler, Leh­rer & Refe­rent zum Moder­nen Schulsport

Mit der regel­mä­ßi­gen Tes­tung der 3. Jahr­gän­ge begin­nend, ist nach mitt­ler­wei­le 10 Jah­ren Pro­gramm und 4 Jah­ren För­der­grup­pe Zeit für einen Rück­blick. Es wird eine Grund­aus­stat­tung mit Sport­ge­rä­ten zur Ver­fü­gung gestellt und wenn nötig, kön­nen Kur­se genutzt wer­den, sich selbst für die­se Arbeit fit zu machen. Schön und bemer­kens­wert auch, dass die Ver­ant­wort­li­chen immer ansprech­bar sind, wenn das Mate­ri­al auf­ge­füllt wer­den muss.

Was geschieht in die­ser Grup­pe? Auch ergän­zend zum Sport­un­ter­richt geht es zunächst dar­um, dass ein Kli­ma geschaf­fen wird, wo sich alle aus­pro­bie­ren kön­nen. Ohne Druck einer evtl. Bewer­tung. Alle Ange­bo­te sind hier freud­be­tont ver­packt und den­noch gilt: För­dern und For­dern. Die Kin­der kön­nen in dem geschütz­ten Raum einer klei­nen Grup­pe unge­stört ver­su­chen, Defi­zi­te und eben Angst abzu­bau­en und anschlie­ßend Freu­de bei der einen oder ande­ren Sport­art zu ent­wi­ckeln. Das kann beim Tur­nen eben­so pas­sie­ren wie beim Bas­ket­ball oder Sprung­übun­gen über Hin­der­nis­se. Viel­fäl­ti­ge Bewe­gungs­an­läs­se sichern viel­fäl­ti­ge Bewe­gungs­er­fah­run­gen. Und jede/r spürt dann, was ihm oder ihr liegt.

Vie­le Kin­der haben an solch einer Grup­pe teil­ge­nom­men und für fast alle kann ich sagen, dass sie gut und sehr gut vor­wärts­ka­men. Das war — vor allem mit dem Tem­po des Vor­an­kom­mens — so nicht zu erwar­ten. Natür­lich gibt es auch Nie­der­la­gen wie in jedem Sport: Kin­der und Eltern, die das Poten­zi­al die­ses kos­ten­lo­sen Ange­bo­tes nicht anneh­men, Adi­po­si­tas nicht bekämp­fen, sich dem Sport nicht öff­nen, Ängs­te nicht abbau­en kön­nen usw. Umso schö­ner ist es, denen zuzu­se­hen, die schon nach weni­gen Wochen selbst­be­wuss­ter am Sport­un­ter­richt teil­neh­men. DAS ist der Lohn der Arbeit!

Sportlehrer Lutz Müller im Gespräch mit BHT-Netzwerker Marco Spanehl

Sport­leh­rer Lutz Mül­ler im Gespräch mit BHT-Netz­wer­ker Mar­co Spa­nehl
Foto: Juer­gen Engler

Was bringt die Zukunft? Hof­fent­lich aus­dau­ern­de Unter­stüt­zung sei­tens der Ver­ant­wort­li­chen des LSB in Form der finan­zi­el­len Unter­stüt­zung sowie in der Pra­xis, vor allem durch das BHT-Team um Jani­ne Gegus­ch. Hof­fent­lich auch mehr sta­bi­le Übungs­lei­ter/-innen, die das Ange­bot unter­stüt­zen und in der Fol­ge mehr und mehr Kin­der, die von die­sem Pro­gramm pro­fi­tie­ren. Wün­schens­wert wäre, wenn die Ver­ei­ne sich auch dafür begeis­tern kön­nen, der­ar­ti­ge Grup­pen zu bil­den, auch wenn hier wohl kei­ne zukünf­ti­gen Meis­ter dabei sein wer­den. Dafür aber sicher Kin­der, die mit Freu­de und Stolz auf das Erreich­te Judo, Bogen­schie­ßen oder ande­ren Sport aus­üben. Auch das kann in Zukunft den Ver­ei­nen hel­fen, denn die pan­de­mi­schen Erfah­run­gen wer­den auch die Sport­land­schaft verändern.

Lutz Mül­ler, Leh­rer & Refe­rent zum Moder­nen Schul­sport und Übungs­lei­ter der BFG
Fotos: Jür­gen Engler

Für Josi ist dabei sein alles

Es ist acht Uhr mor­gens in der Grund­schu­le an der Strauch­wie­se. Die Sport­hal­le füllt sich lang­sam. Das Test­team erwar­tet wie gewohnt die Dritt­kläss­ler/-innen der Schu­le und freut sich heu­te auf einen ganz beson­de­ren Gast. Unter den wild umher­lau­fen­den, toben­den Kin­dern sticht das Mäd­chen im Roll­stuhl direkt her­aus. „Hal­lo Josi. Schön, dass du heu­te dabei bist. Ich bin Marie“, stellt sich die Inklu­si­ons-Netz­wer­ke­rin vor. Sie ist eine von zwei neu­en Mit­ar­bei­tern des Lan­des­sport­bunds Ber­lin, die das The­ma Inklu­si­on im Pro­gramm BERLIN HAT TALENT vor­an­brin­gen sollen.

Joephine mit Marie beim Balancieren

Joephi­ne mit Marie beim Balancieren

Dann geht es auch schon los. Die Grup­pen wer­den ein­ge­teilt. In den kom­men­den 90 Minu­ten wer­den acht ver­schie­de­ne Sta­tio­nen absol­viert, die die sport­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit der Mäd­chen und Jun­gen tes­ten. Josi beginnt mit dem 20m Sprint und tritt gegen eine Mit­schü­le­rin an, die Fuß­gän­ge­rin ist. Schnell ist ihr anzu­mer­ken, dass die sport­li­che Betä­ti­gung für sie anstren­gen­der ist als für die ande­ren Kinder.

Bis­her treibt Jose­phi­ne kei­nen regel­mä­ßi­gen Sport. Ein Gen-Defekt in der Fami­lie ist erst durch Jose­phi­nes Mus­kel­dys­tro­phie zum Vor­schein gekom­men. Durch die­se Mus­kel­schwä­che kann das 9‑jährige Mäd­chen ihren Kör­per nicht auf den eige­nen Bei­nen hal­ten und ist seit Jah­ren auf einen Roll­stuhl ange­wie­sen. Jede Bean­spru­chung der Mus­keln ist unglaub­lich anstren­gend für Jose­phi­ne, da ihr durch den Defekt ent­spre­chen­des Eiweiß zum Mus­kel­auf­bau fehlt.

An der nächs­ten Test­sta­ti­on wird Josis Kraft­aus­dau­er getes­tet. Ihre Mit­schü­ler/-innen absol­vie­ren hier eine Form der Lie­ge­stütz. Für Jose­phi­ne steht eine alter­na­ti­ve Test­auf­ga­be auf dem Plan, bei der sie im Roll­stuhl sit­zend mit­tels Arm­kraft ein Zug­band von einer Spros­sen­wand weg­drü­cken muss. „Die Übung mit dem Band war ganz schön schwer“, stellt sie anschlie­ßend fest. Sol­che Bewe­gungs­aus­füh­run­gen sind gro­ßes Neu­land für Jose­phi­ne. Die Mus­kel­dys­tro­phie ließ ihre Kind­heit bis­her eher bewe­gungs­arm aus­se­hen. Aber ihr Sport­leh­rer Lutz Mül­ler berich­tet uns: „Josi will gefor­dert werden“.

Sportlehrer Lutz Müller schätzt sehr, dass alle Kinder mitmachen können

Sport­leh­rer Lutz Mül­ler schätzt sehr, dass alle Kin­der mit­ma­chen können

Umso wich­ti­ger ist für Jose­phi­ne die heu­ti­ge Teil­nah­me am Deut­schen Moto­rik-Test (DMT). Damit Kin­der wie sie eben­falls am Test teil­neh­men und anschlie­ßen­de Bewe­gungs­emp­feh­lun­gen erhal­ten kön­nen, wur­de BERLIN HAT TALENT wei­ter­ent­wi­ckelt und die Tes­tung ent­spre­chend ange­passt. Für Kin­der mit geis­ti­gen oder kör­per­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen gibt es seit dem Som­mer 2020 nun zusätz­li­che alter­na­ti­ve Test­auf­ga­ben, die es ihnen ermög­li­chen, jede Test­sta­ti­on zu durch­lau­fen und somit voll­stän­dig am DMT teil­zu­neh­men. „Für sol­che Kin­der wie Jose­phi­ne ist alles gut, was sie nicht exklu­diert“, sagt der Sport­leh­rer. Lutz Mül­ler kennt und beglei­tet das Pro­gramm BERLIN HAT TALENT von Beginn an und befür­wor­tet vor allem die Aus­rich­tung auf die Bewe­gungs­för­de­rung von moto­risch schwa­chen Kin­dern. „Ich fin­de es gut, dass nicht nur der Spit­zen­sport Beach­tung fin­det und durch die Neu­aus­rich­tung des Pro­gramms wirk­lich alle Kin­der geför­dert werden.“

Der Test­tag brach­te für Jose­phi­ne sehr vie­le neue Erfah­run­gen und Bewe­gungs­mus­ter mit sich. So hat sie bei­spiels­wei­se anstel­le der Test­auf­ga­be „Seit­li­ches Hin- und Her­sprin­gen“ die alter­na­ti­ve Test­auf­ga­be „V‑Roll“ durch­ge­führt. Hier­bei müs­sen die Kin­der im Roll­stuhl in einer schnel­len Bewe­gungs­ab­fol­ge eine V‑Form abfah­ren. „Das hat ganz gut geklappt“, schluss­fol­ger­te die Grundschülerin.

Stolz präsentiert Joephine ihre Urkunde

Stolz prä­sen­tiert Joephi­ne ihre Urkunde

Das gesam­te Pro­gramm­team hofft, dass Kin­der wie Jose­phi­ne durch die Teil­nah­me am Deut­schen Moto­rik-Test dazu ermu­tigt wer­den, ihr Leben mit und durch Sport zu berei­chern. Ganz gleich, ob er der Gesund­heits­prä­ven­ti­on dient, auf die Teil­nah­me an den Paralym­pics abzielt oder ein­fach nur zum Spaß getrie­ben wird. Sport trägt einen wich­ti­gen Bei­trag zur Sozia­li­sa­ti­on und zum Glück­lich­sein bei.

Fotos: Jür­gen Engler

Anmer­kung: Die Tes­tung wur­de im Novem­ber 2020 durchgeführt.

Mit Traditionen soll man nicht brechen

Unter dem Mot­to „Mit Tra­di­tio­nen soll man nicht bre­chen.“ wur­de am 15. Sep­tem­ber 2020 zum 3. Mal die Wei­ter­bil­dungs­ver­an­stal­tung für ange­hen­de Sport­leh­rer/-innen in Koope­ra­ti­on mit unse­rem Pro­gramm BERLIN HAT TALENT durchgeführt.

Freude an der Bewegung

Freu­de an der Bewegung

Unter der Lei­tung von Mari­on Häus­ler ver­sam­mel­ten sich ins­ge­samt 12 Lehr­amts­an­wär­ter/-innen aus ver­schie­de­nen Bezir­ken sowie 3 Fach­se­mi­nar­lei­ter/-innen auf dem Huber­tus-Sport­platz in Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf. Auf­grund der aktu­el­len Situa­ti­on sowie der Ein­hal­tung der ent­spre­chen­den Hygie­ne­maß­nah­men, fand die dies­jäh­ri­ge Ver­an­stal­tung unter frei­em Him­mel statt.

Nach­dem unser Netz­wer­ker Mar­co Spa­nehl das Pro­gramm BERLIN HAT TALENT vor­ge­stellt hat, ging es über in den prak­ti­schen Teil der Veranstaltung.

End­re Pus­kas und Mar­cus Had­ner vom Sport-Gesund­heits­park stell­ten den Teil­neh­mer/-innen zahl­rei­che prak­ti­sche Übun­gen vor, die sie alle selbst sofort aus­pro­bier­ten. Vie­le der Teil­neh­mer/-innen fühl­ten sich dabei ange­nehm an ihre Grund­schul­zeit erinnert.

Alle ange­hen­den Sport­leh­rer/-innen konn­ten zahl­rei­che Anre­gun­gen und Tipps mit­neh­men, um in Zukunft Kin­der mit moto­ri­schem För­der­be­darf sport­lich zu moti­vie­ren. Dies könn­te zum Bei­spiel beim Deut­schen Moto­rik-Test oder in einer Bewe­gungs­för­der­grup­pe erfolgen.

Das Team von BERLIN HAT TALENT freut sich bereits auf die nächs­te Ver­an­stal­tung und wünscht den Lehr­amts­an­wär­ter/-innen alles Gute für ihre pri­va­te sowie beruf­li­che Zukunft!

Jährliches Dankeschöntreffen für alle Helfer*innen des Programms

Auch in die­sem Jahr lud BERLIN HAT TALENT alle Helfer*innen, Trainer*innen und Lehr­kräf­te, die im Pro­gramm ehren­amt­lich tätig sind, zu einem Dan­ke­schön­tref­fen ein. Die­ses wur­de am 26.02.2020 in den Räu­men und mit Unter­stüt­zung der Ger­hard-Schle­gel-Sport­schu­le durch­ge­führt. Nach der Begrü­ßung und Dank­sa­gung durch Pro­gramm­ko­or­di­na­to­rin Jani­ne Gegus­ch (LSB Ber­lin) und Pro­gramm­lei­ter Till­man Wormuth (Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Fami­lie) nutz­te auch Mar­kus Rie­ger aus der Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport die Gele­gen­heit, sich ganz per­sön­lich für das Enga­ge­ment der Anwe­sen­den zu bedanken.

Good Vibes

Good Vibes
Foto Juer­gen Engler

Anschlie­ßend ging es zum „Foto­shoo­ting“ in die Sport­hal­le. Dort konn­te sich jeder ein Sport­ge­rät schnap­pen und zusam­men mit der Grup­pe für ein dyna­mi­sches Foto posie­ren. Wie man sieht, hat­ten alle viel Spaß.

Dankeschöntreffen 2020 - Erfahrungen aus erster Hand

Dan­ke­schön­tref­fen 2020 — Erfah­run­gen aus ers­ter Hand
Foto Juer­gen Engler

Danach konn­ten sich alle am Buf­fet stär­ken und sich ein paar Vide­os aus der Pro­duk­ti­on des ver­gan­ge­nen Jah­res anse­hen. In locke­rer Run­de tausch­ten sich alle über ihre Erfah­run­gen aus und brach­ten eini­ge Erkennt­nis­se zu Papier. Dan­ke an alle, die zum Gelin­gen die­ses Abends bei­getra­gen haben.

BERLIN HAT TALENT und Nina Kamenik beim Sport-Aktionstag

Am 27. Mai fand an der Stern­berg-Grund­schu­le in Schö­ne­berg ein Sport-Akti­ons­tag statt. 260 Schü­le­rin­nen und Schü­ler konn­ten einen Tag lang vie­le Sport­an­ge­bo­te aus­pro­bie­ren, zum Bei­spiel Inli­ne-Ska­ten, Klet­tern oder BMX-Fah­ren. BERLIN HAT TALENT war auch vor Ort und führ­te mit eini­gen der Schü­ler/-innen den Deut­schen Moto­rik-Test durch.

  • Kind balanciert rückwärts
    Beim Balan­cie­ren rück­wärts ist vol­le Kon­zen­tra­ti­on gefragt, für die Kin­der und die Prü­fer Foto Juer­gen Engler

Dabei wur­de das Team von Ber­lins Eis­ho­ckey-Natio­nal­spie­le­rin Nina Kamenik beglei­tet und gab dem LSB neben­bei noch ein inter­es­san­tes Interview:

LSB: Wie kam es dazu, dass du dich ent­schie­den hast, den Sport-Akti­ons­tag zu unterstützen?

Nina Kamenik: Ich ken­ne das Nach­wuchs-Pro­jekt BERLIN HAT TALENT, weil ich dort selbst ein­mal gear­bei­tet habe – und hat­te auch von den Akti­ons­ta­gen gehört. Nun dach­te ich, dass es inter­es­sant wäre, mir das ein­mal anzu­schau­en – wie es an einer Schu­le kon­kret umge­setzt wird. So ein Akti­ons­tag ist schließ­lich eine gro­ße Sache, mit der eine Schu­le sehr viel Arbeit hat.
Außer­dem ist es für die Kin­der toll, wenn jemand da ist, der in sei­nem Sport schon erfolg­reich ist. Und ich mag die Arbeit mit Kin­dern sehr.

LSB: Des­halb hast du wohl auch bei BERLIN HAT TALENT mit­ge­ar­bei­tet? Bist du in dem Bereich jetzt noch aktiv?

Nina Kamenik: Ja, genau. Ich hel­fe noch ehren­amt­lich bei BERLIN HAT TALENT und war zum Bei­spiel bei der letz­ten Talen­tia­de in Span­dau dabei. Das mache ich immer, wenn ich Zeit habe. Das ist natür­lich manch­mal schwie­rig, weil ich noch stu­die­re und mei­nen Sport habe. Jetzt ist gera­de Som­mer­pau­se, des­halb klappt es der­zeit ganz gut.

LSB: Was stu­dierst du?

Nina Kamenik: Ich stu­die­re Lehr­amt – Sport als Haupt­fach und Eng­lisch als Zweitfach.

LSB: Wie siehst du dei­ne Rol­le, wenn du als Leis­tungs­sport­le­rin an so einem Tag dabei bist?

Nina Kamenik: Ich fin­de wich­tig, dass die Kin­der Vor­bil­der haben oder sehen, was man errei­chen kann. Außer­dem ist das eine schö­ne Gele­gen­heit zu zei­gen, dass auch Sport­ler sich dafür inter­es­sie­ren, was an den Schu­len passiert.

LSB: Was hat dir bei dem Sport-Akti­ons­tag am bes­ten gefallen?

Nina Kamenik: Für die Kin­der ist sicher die Klet­ter­wand super, weil sie dort eine Bewe­gungs­er­fah­rung machen kön­nen, die sie in ihrem All­tag nicht haben. Von allein kämen sie viel­leicht nicht auf die Idee, mal klet­tern zu gehen. Nun, da sie es aus­pro­bie­ren konn­ten, mög­li­cher­wei­se schon.

Kin-Ball fand ich sehr toll. Das kann­te ich noch gar nicht. Das kann man viel­leicht auch mal in den Sport­un­ter­richt ein­be­zie­hen. Die Kin­der waren alle ganz begeis­tert davon.

LSB: Was glaubst du, neh­men die Kin­der von dem Akti­ons­tag mit?

Nina Kamenik: Ich den­ke, dass sol­che Tage im Gedächt­nis blei­ben – als etwas, das sehr schön war. Für die Kin­der ist es etwas Beson­de­res, dass Leu­te zu ihnen in die Schu­le kom­men und für sie so eine Ver­an­stal­tung machen. Sie haben dadurch Abwechs­lung in ihrem Schul­all­tag, kön­nen Sport machen und sich aus­pro­bie­ren – in man­chen Sport­ar­ten ihren Kör­per ganz neu erfahren.

LSB: Hat­test du das Gefühl, dass die Kin­der Spaß hatten?

Nina Kamenik: Ich glau­be, dass sie total Spaß hat­ten! Allein beim Auf­wärm-Tanz am Anfang (durch­ge­führt von Cent­re Tal­ma, A.d.R.)– den ich übri­gens auch ganz toll fand – haben die Kin­der super mitgemacht.

LSB: Du stu­dierst selbst Lehr­amt – wirst also auch mit Kin­dern zusam­men arbei­ten. Ändert das noch­mal dei­nen Blick?

Nina Kamenik: Abso­lut. Des­halb hat­te ich auch bei Kin-Ball gedacht, dass ich mir das mer­ken muss. Ich samm­le da schon Anre­gun­gen für mich selbst. Man lernt immer viel dazu – gera­de bei sol­chen Ver­an­stal­tun­gen. Da zieht man für sich oder die Kin­der, die man spä­ter betreu­en wird, viel raus.

LSB: Heißt das, wenn du dann Leh­re­rin bist, wür­dest du auch an dei­ner Schu­le einen Sport-Akti­ons­tag organisieren?

Nina Kamenik: Ich fin­de, das ist eine super Sache. Wenn Leh­rer so enga­giert sind, dann ist das für die Schü­ler immer schön. Es ist wich­tig, dass es sol­che Akti­ons­ta­ge gibt, denn die Kin­der zie­hen ein­fach viel dar­aus – zum Bei­spiel, dass sie in ihrem All­tag mehr Sport machen. Das hat auch einen Effekt auf ihre Gesundheit.

Die Sport-Akti­ons­ta­ge sind eine Initia­ti­ve vom Ver­ein Ber­li­ner Kauf­leu­te und Indus­tri­el­ler (VBKI), dem Lan­des­sport­bund (LSB) Ber­lin und der GSJ – Gesell­schaft für Sport und Jugendsozialarbeit. 

Inter­view: Fran­zis­ka Staupendahl

Abschlussseminar der Fortbildung “Schatzsuche statt Fehlerfahndung”

Am 6. Sep­tem­ber fand die Abschluss­ver­an­stal­tung unse­rer Semi­nar­rei­he “Bewe­gungs­för­der­an­ge­bo­te für Kin­der im Grund­schul­al­ter — Schatz­su­che statt Feh­ler­fan­dung” statt.  Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer setz­ten sich in unter der Lei­tung des Dozents Sascha Splett­stö­ßer unter ande­rem mit der Fra­ge aus­ein­an­der, wie Kin­der mit moto­ri­schem För­der­be­draf zum Sport moti­viert wer­den können.

Auswertung und Erfahrungsaustausch bei der FortbildungSchatzsuche statt Fehlerfahndung

LSB Ber­lin, Ber­lin hat Talent, Fort­bil­dung, Schatz­su­che statt Feh­ler­fahn­dung, Erfahrungsaustausch

Stan­den an den ers­ten bei­den Semi­nar­ter­mi­nen (März 2018) prak­ti­sche Spiel­ideen und nütz­li­ches Hin­ter­grund­wis­sen im Fokus, ging es beim Abschluss­se­mi­nar vor allem um den Erfah­rungs­aus­tausch der Teil­neh­mer/-innen. Ins­ge­samt waren 12 Trai­ner/-innen und Sport­lehr­kräf­te vor Ort, die in inter­es­san­ten Dis­kus­sio­nen ihre Erfah­run­gen aus den Sport­grup­pen teil­ten. So ent­stan­den nütz­li­che Tipps für alle Anwe­sen­den, sowohl für die inhalt­li­che Gestal­tung als auch für die Orga­ni­sa­ti­on von Sport­grup­pen an Ber­li­ner Schulen.

Teilnehmer/-innen der Fortbildung Schatzsuche statt Fehlerfahndung hören dem Dozenten zu

LSB Ber­lin, BERLIN HAT TALENT, Fort­bil­dung, Schatz­su­che statt Feh­ler­fahn­dung, Praxisteil

Außer­dem stell­ten wir den Teil­neh­mer/-innen die neu­es­ten Ent­wick­lun­gen und Zah­len unse­res Pro­jek­tes BERLIN HAT TALENT vor. Denn auch in Zukunft ist der Bedarf an zusätz­li­chen Bewe­gungs­för­der­grup­pen an den Ber­li­ner schu­len als hoch ein­zu­schät­zen. Dies­be­züg­lich sind wir stets auf der Suche nach inter­es­sier­ten Übungs­lei­tern/-innen und Vereinen.

Kleine Bewegungsspiele bei der Fortbildung Schatzsuche statt Fehlerfahndung

LSB Ber­lin, Ber­lin hat Talent, Fort­bil­dung, Schatz­su­che statt Feh­ler­fahn­dung, Bewegungsspiele

Unser beson­de­rer Dank gilt der Bil­dungs­stät­te der Sport­ju­gend Ber­lin für die tol­le Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung der Fort­bil­dung. Die Ter­mi­ne für die nächs­te Fort­bil­dung fin­den Sie hier.

 

 

BERLIN HAT TALENT bei der Radsportwoche im Velodrom

Eine Woche lang (04. — 07.09.2018) steht das ehr­wür­di­ge Ber­li­ner Velo­drom im Zei­chen des Rad­sports. Zuge­ge­ben, das allein ist noch kei­ne Beson­der­heit. Das sich jedoch neben zahl­rei­chen Pro­fi­sport­lern auch ins­ge­samt 1.100 Kin­der aus Ber­li­ner Grund­schu­len im Innen­raum und sogar auf der Bahn tum­meln, dann schon eher. Im Rah­men eines Pro­jekt­ta­ges wur­den etwa 100 Schu­len ein­ge­la­den, einen Pro­jekt­tag ganz dem Rad­fah­ren zu wid­men. Vie­le folg­ten der Ein­la­dung der Ver­an­stal­ter und konn­ten sich mit den The­men­be­rei­chen „Sicher­heit im Stra­ßen­ver­kehr“ und „Rad­sport“ (Bahn und BMX) aus­gie­big auseinandersetzten.

Sta­tio­nen der Rad­wo­che im Velodrom

Ins­ge­samt sechs Sta­tio­nen boten einen umfas­sen­den Ein­blick in die Welt der Zwei­rä­der. Neben einem BMX Par­cours, einer Mon­ta­ge­sta­ti­on für klei­ne Repa­ra­tu­ren, einer Ver­kehrs­er­zie­hung durch die Ber­li­ner Poli­zei, einer „Toter-Win­kel-Sta­ti­on“, einem Rad­par­cours und einer Fahr­rad-Ergo­me­ter­sta­ti­on konn­ten sich die Kin­der auch an aus­wähl­ten Sta­tio­nen des Deut­schen Moto­rik-Tests im Rah­mes des Pro­jek­tes BERLIN HAT TALENT aus­pro­bie­ren. Und als wür­de die­ses umfang­rei­ches Pro­gramm nicht schon für sich spre­chen, wur­den die Kin­der zusätz­lich von Rad­sport­grö­ßen wie Jens Voigt, Robert Förs­te­mann oder Maxi­mi­li­an Levy mit Tipps und Auto­gram­men ver­sorgt. Leuch­ten­de Kin­der­au­gen waren vorprogrammiert.

Jens Voigt, Alek­san­der Dzem­britz­ki und zahl­rei­che Kin­der beim Balan­cie­ren, Foto: Engler

Mit der Ver­ab­schie­dung des Mobi­li­täts­ge­set­zes wur­den die Rech­te der Rad­fah­rer kürz­lich gestärkt. Um die­ser Ver­ant­wor­tung gerecht zu wer­den, sol­len mög­lichst alle Kin­der Rad­fah­ren ler­nen. Auch dies war eines der Zie­le der Ver­an­stal­ter der Pro­jekt­wo­che (Six Days, Ber­li­ner Rad­sport­ver­band, Sport­me­tro­po­le Ber­lin und Lan­des­sport­bund Ber­lin) im Velo­drom. Zudem soll die­se Schnup­per­ein­heit natür­lich auch dazu füh­ren, dass sich mög­lichst vie­le Kin­der für den Rad­sport begeis­tern kön­nen. Wenn man die fröh­li­chen Gesich­ter der Kin­der inter­pre­tiert, ist die­ses Ziel in jedem Fall auf­ge­gan­gen. Ob sich nun tat­säch­lich Kin­der auch in Rad­sport­ver­ei­nen anmel­den, wird sich zei­gen. Auch Staats­se­kre­tär Dzem­britz­ki, Frank Schli­zio vom Lan­des­sport­bund sowie Har­ry Bär vom Olym­pia­stütz­punkt Ber­lin ver­schaff­ten sich einen Ein­blick der Veranstaltungsreihe.

Stand des Pro­jek­tes BERLIN HAT TALENT

Jan Lese­ner

BERLIN HAT TALENT sucht engagierte Übungsleiter/-innen

Im Pro­jekt BERLIN HAT TALENT küm­mern wir uns in der Klas­sen­stu­fe 3 sowohl um talen­tier­te Kin­der (z.B. auf den Talen­tia­den und in den Talent­sich­tungs­grup­pen) als auch um jene mit moto­ri­schem För­der­be­darf (in Bewe­gungs­för­der­grup­pen). In allen drei Berei­chen sind wir auf der Suche nach enga­gier­ten Übungs­lei­ter/-innen sowie Hel­fer/-innen zur Unter­stüt­zung des Pro­jek­tes. Die Übungs­lei­ter/-innen in den Talent­sich­tungs- und Bewe­gungs­för­der­grup­pen müs­sen fol­gen­de Vor­aus­set­zung erfüllen:

  • Besitz einer gül­ti­gen Übungs­lei­ter-Lizenz (min­des­tens C) oder
  • aus­ge­bil­de­te Sport­lehr­kraft oder
  • Hoch­schul­zer­ti­fi­kat der DHGS (Bewe­gungs-/Ta­lent­coach).

Die Abrech­nung erfolgt über die Übungsleiterpauschale.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen erhal­ten Sie hier.

BERLIN HAT TALENT auf der Fortbildung “Moderner Schulsport”

Bereits seit vie­len Jah­ren lässt sich die Fort­bil­dungs­rei­he „Moder­ner Schul­sport“ als Magnet für sport­af­fi­ne Leh­rer­kräf­te beschrei­ben, die ihren Unter­richt attrak­tiv und ziel­grup­pen­ori­en­tiert durch­füh­ren möch­ten. Hier kom­men eben jene (Sport)-Lehrkräfte auf ihre Kos­ten, für die der Sport­un­ter­richt mehr dar­stellt als „Run­den lau­fen, Rol­le vor­wärts oder Brennball“.

Wie kann ich Kin­dern die Begeis­te­rung für eine regel­mä­ßi­ge, sport­li­che Bewe­gung ver­mit­teln: modern, anspre­chend und inklu­siv? Die­se und vie­le wei­te­re Fra­gen wur­den am 14.03.2018 durch die Orga­ni­sa­to­ren Lutz Mül­ler und Mar­co Guhl sowie einem kom­pe­ten­ten Refe­ren­ten­team pra­xis­nah beant­wor­tet. Etwa 60 Teil­neh­mer/-innen folg­ten der Ein­la­dung und konn­ten zahl­rei­che neue Anre­gun­gen mit­neh­men, um sie spä­ter in ihren Schul­all­tag zu integrieren.

LSB Berlin, Berlin hat Talent, moderner Schulsport

Ber­lin hat Talent auf der Fort­bil­dung “Moder­ner Schul­sport”, Foto: Mar­co Spanehl

Die Sport­hal­le an der Hertab­rü­cke, die bereits vor eini­gen Wochen die Hei­mat für die Neu­köll­ner Talen­tia­de dar­stell­te, bot opti­ma­le Vor­aus­set­zun­gen für die Durch­füh­rung der gelun­ge­nen Ver­an­stal­tung. Neben acht wei­te­ren Work­shops unter­schied­lichs­ter Aus­rich­tung, nutz­ten ins­ge­samt 18 Teil­neh­mer/-innen die Gele­gen­heit, sich über Koope­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten mit dem LSB Ber­lin und spe­zi­ell dem Pro­jekt BERLIN HAT TALENT aus­ein­an­der­zu­set­zen. Im Anschluss einer kur­zen theo­re­ti­schen Ein­füh­rung unse­res Kol­le­gen Mar­co Spa­nehl lern­ten die Lehr­kräf­te das Kon­zept des „Sport­ar­ten-Zap­pings“ ken­nen, wel­ches vom Sport-Gesund­heits­park ent­wi­ckelt und dort erfolg­reich für „Jugend­li­che mit Über­ge­wicht und Bewe­gungs­man­gel“ umge­setzt wird. Die­se Trai­nings­form eig­net sich beson­ders für Kin­der mit moto­ri­schem För­der­be­darf in den Bewe­gungs­för­der­grup­pen unse­res Pro­jek­tes. Alle Spie­le las­sen sich indi­vi­du­ell an die Bedürfnisse/Stärken der Kin­der anpas­sen, unter­lie­gen kei­ner star­ren Regle­men­tie­rung und sind schnell ver­än­der­bar (ana­log dem Zap­pen am TV), so dass erst gar kei­ne Lan­ge­wei­le aufkommt.

Herz­li­chen Dank an die Orga­ni­sa­to­ren für eine tol­le Ver­an­stal­tung, an der wir uns jeder­zeit gern wie­der beteiligen.

Jan Lese­ner